Naschfrüchte und ein überraschendes Wiedersehen

Am Sonntag brachen wir auf, fuhren ein paar Kilometer westwärts und trafen wieder auf die Radroute 5, die wir für den Ruhetag kurz verlassen hatten. Der ausgeschilderte Radweg verläuft an dieser Stelle auf einer stillgelegten und asphaltierten Bahntrasse durch die Felder. Ein sehr angenehmes und kurzweiliges Stückchen, weitab vom motorisierten Verkehr.

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Das Schöne, rechts und links des Weges säumen nicht nur vielfältige Hecken und Sträucher, die vielen Insekten Unterschlupf und Nahrung bieten, den Weg, sondern auch diverse Obstbäume. Wir konnten schon an Sauerkirschen und Renekloden naschen – die Äpfel und Birnen sind noch nicht ganz reif. In der Reflexion unserer Tour ist uns klar geworden, dass wir wirklich mit dem Frühling (und der Apfelblüte) nordwärts reisten. In Schweden und Finnland wurden zum Teil das Getreide gerade eingesät als wir dort waren. Im Gegensatz dazu fahren wir hier in Dänemark gerade der Erntezeit entgegen und radeln (nach dem Bahnradweg) durch teilweise erschreckend große Felder ohne Feldraine und Windschutzhecken. Letztere wurden wohl hier auch in den letzten Jahren aufgegeben, um Platz für eine „effektive“ Feldbearbeitung zu schaffen. Schade eigentlich. Und Bienen? Immerhin konnten wir Honig direkt beim Imker kaufen.

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Umso mehr freuen wir uns über die wenigen kleinteiligen und schattigen Abschnitte durch kleine Wälder oder Parks, die nicht nur für Abwechslung, sondern auch für Abkühlung sorgen. Wenn wir nicht unsere tägliche Wassermelone kaufen können ist es auch mal eine Schale Kirschen von einem der vielen Hofverkaufsständen direkt an der Straße.

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Was für eine Überraschung: Als wir am Sonntag so vor uns hin radelten, kommen uns Marie und Jon mit ihren Kindern entgegen. Wir dachten, sie müssten ob unseres Ruhetages schon viel weiter sein. Entgegen kamen sie uns, da sie den Abzweig zu einem Schloss verpasst haben – sie wollten dort ihre Mittagspause machen. Zufall? Da waren wir natürlich dabei, fuhren noch den restlichen Tag zusammen weiter bzw. verabredeten uns auf einem Campingplatz.

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Ein perfekter Abend – nicht nur für Marie, als Französin (da war ja noch so eine Fußball WM …): Die Kinder spielten zusammen, während wir unsere Gespräche vom Donnerstag fortsetzen konnten. Marie sagte unter anderem, dass es ja schon was hätte, konsequent einen regelmäßigen Ruhetag zu haben. Ja, das hat es auf jeden Fall! Erst am Montag trennten sich unsere Wege, da sie nach Grenaa abgebogen sind, während wir in Richtung Aarhus fahren.

Der Tag wurde noch ziemlich anstrengend und hat uns ob der Hitze und der zu fahrenden Kilometer noch mal richtig an die Grenze gebracht. Eigentlich waren wir selbst schuld, da wir einen Campingplatz auf der Hälfte des Weges ausschlugen, da er nicht am Meer lag. Dafür haben wir jetzt ein Eck zwischen lauter Wohnwägen für viel Geld mieten dürfen. Und übrigens, Dänemark ist alles andere als flach, auch das haben wir heute wieder zu spüren bekommen. Wir hätten vielleicht nicht so viel über die Tristesse der Flachetappen südlich von Frederikshavn schimpfen sollen…

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Am Dienstag sind wir zum Ausgleich nur geschmeidige 30 km bis kurz hinter Aarhus gefahren. Dank leichter Bewölkung, Wassermelone und Strandstopp ließ sich der Tag gut leben. Ein Eiskaffee in Aarhus, einer sehr freundlichen und lebhaften Stadt, rundete das Thema „Chillen“ für heute ab. Abends an Strand unseres Campingplatzes konnten wir es nicht lassen noch ein paar Steine zu arrangieren.

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Es geht uns also noch gut, obwohl das Ende der Reise recht nahe ist. Auch wenn wir anfangen, uns mit dem Gedanken an die Heimreise zu arrangieren, so überwiegt das Gefühl, in irgendeiner Weise weiterreisen zu wollen. Was uns tröstet, ist die Aussicht auf das Wiedersehen mit Familie und Freunden. Der Gedanke an den normalen Alltagstrott, liegt uns jedoch noch fern. Wahrscheinlich brauchen wir sowieso erst mal eine Wiedereingliederungsmaßnahme.

P.S.: Was uns gefallen hat, war, wie eine Bank (Kunden-) Beziehung in einer Werbung definiert:

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