Røros

Zwei schöne und sonnige Tage mit interessanten Begegnungen liegen hinter uns.

Gestern war unsere Tagesaufgabe den Pass zwischen Stugudal und Røros zu bezwingen. Da wir jetzt in Røros sind, haben wir das auf jeden Fall geschafft. Ausgeruht und hochmotiviert ging es gleich in die erste Steigungsstrecke, die sich zwar in die Länge zog, aber uns auch mit jedem Höhenmeter eine weitere Aussicht gönnte.

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Kurz vor dem höchsten Punkt wurden wir von einem weißen Mercedes Cabrio überholt – klar, sei ihm vergönnt, wobei wir natürlich viel lieber mit dem Rad hier hochkraxeln und wenn er schneller ist, so sind wir doch mindestens die moralischen Sieger. Ich ertappe mich beim Schubladendenken. Oben angekommen, na, wer steht genau dort, wo wir das schönste Foto mit den Rädern machen könnten und telefoniert?

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Der Cabriofahrer. Nach einer Weile kommen wir ins Gespräch und merken, dass er eigentlich sehr nett ist. Eigentlich fährt er auch sehr viel Fahrrad und ist auch schon öfter von Trondheim nach Oslo gefahren, so wie wir gerade. Allerdings etwas schneller als wir, genau genommen in knapp 15 Stunden. Zweimal (1979 und 1983) hat Erik nämlich das traditionelle Langstreckenrennen Trondheim-Oslo „Den Store Styrkeprøven“, wörtlich übersetzt „die große Kraftprobe“, schon gewonnen. Hut ab und Bitte um Entschuldigung für meine Vorurteile!!!P1030191

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Nach einer geschmeidigen Abfahrt mit Sichtung von einigen Rentieren, dem Bad in einem Bergbach (nein davon gibt es hier keine Bilder 😊) schlossen wir den Tag am Brekkfjorden (einem See bei Brekken) ab. Nach der Abfahrt änderten sich die äußeren Bedingungen leider zu unseren Ungunsten: Während unsere Kräfte deutlich nachließen, frischte der uns entgegenschlagende Wind massiv auf. Am See selbst, gestaltete sich die Suche nach einem Platz für die Nacht sehr schwierig, da der Uferstreifen, entweder landwirtschaftlich genutzt wird oder in privater Hand liegt. Ein „Pipi-Stopp“ Naohs ließ uns dann doch noch ein Stückchen Natur für unser Zelt in einem nahen Birkenwald finden. Den Platz mussten wir uns allerdings mit den ortsansässigen Knotts (Kriebelmücken = kleine Terroristen) und Bremsen teilen. Immerhin konnten wir noch einmal in den See springen.P1030241

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In der sonnigen Morgenkühle – die Insolation unterschätzen wir wohl und büßen es jetzt mit einer gewissen Mattheit und roten Gesichtern – brachen wir dann auf in Richtung Røros mit einem sehr netten Zwischenstopp in Glåmos. In Glåmos entspringt die Glåma, Norwegens längster und wasserreichster Fluss, dem See Aursunden, daher auch der Name (Glåm-os, „Os“ oder „Osen“ bedeutet Bucht, Mündung bzw. Beginn eines Flusses). Die Glåma wird uns in den nächsten Wochen noch etwas begleiten, da wir ihrem Lauf nach einem Abstecher zum Femundsee weiter bis zur Mündung bei Oslo folgen wollen. Soweit die Fakten, jetzt die schönen Geschichten von Glåmos:

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Dort gibt es eine Kirche und sobald wir in der Nähe von Kirchen sind, möchte Noah sie meistens gerne von innen sehen. Leider sind auch in Norwegen, so wie in Schweden die meisten Kirchen unter der Woche geschlossen. Bei dieser Kirche war es eigentlich auch so, wenn wir nicht die nette Dame getroffen hätten, die dabei war, die Fenster für die Malerei am nächsten Tag von außen abzukleben. Als sie hörte, dass Noah gerne in die Kirche gehen würde, schloss sie uns diese auf und erzählte ein bisschen zu deren Geschichte. Traurig berichtete sie auch, dass die Kirche eigentlich nur noch für Hochzeiten und Beerdigungen genutzt wird und sie sich sehr freut, dass wir Interesse an der Kirche haben.

Dankbar und mit besten Wünschen gesegnet rollten wir weiter zum nahegelegenen Supermarkt, um dort draußen in der Sonne eine Pause zu machen und die Vorräte wieder aufzufüllen. Ein Mann unterhielt sich kurz mit uns, fragte nach dem üblichen „Woher?“ und „Wohin?“ und verschwand im Laden. Als er wieder raus kam hatte er für jeden von uns ein dickes Eis gekauft. Wow! Danke!

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Kurz darauf rollten noch zwei norwegische Radlerinnen auf den Platz. Auch hier entwickelte sich ein sehr nettes Gespräch.

So waren die letzten 12 km bis Røros nur noch „eine unserer leichtesten Übungen“. Die alte Bergbaustadt, die auch UNESCO Weltkulturerbe ist, zeigte sich in sommerlichem Flair bei 27 Grad im Schatten. Hier statten wir einem der drei Sportläden einen Besuch ab, um Anjas gebrochenen Ständer zu ersetzen und sind jetzt auch stolze Besitzer eines neuen Fahrradtachos.P1030304

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