705

heißt die Straße auf der wir in Richtung Røros, einer alten Bergbaustadt fahren. Die Straße windet sich langsam das Nea-Tal hoch, bevor sie bei Tydal einem weiteren Fluss mit einigen Wasserfällen bis Stugudal folgt und hier über das Gebirge mit 945 müNN den höchsten Punkt erreicht. Doch eins nach dem anderen, denn den höchsten Punkt und die Fjellüberquerung oberhalb der Baumgrenze haben wir noch vor uns und zwar Morgen.

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Als wir am Sonntag losradelten kamen wir anfangs recht gut voran, so dass wir den Campingplatz in Gressli (die norwegische Endung -li deutet auf eine Alm hin, in dem Fall also „Grasalm“), den wir als mögliches Tagesziel ins Auge gefasst hatten, fatalerweise links liegen ließen, um noch die – laut Karte – 8 km bis Tydal und zu dem – auch laut Karte – dortigen Campingplatz zu fahren.

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Die 8 km stellten sich als echte Herausforderung heraus – als wir dachten, hier müsste doch der Campingplatz sein, stand ein Schild an der Straße, dass 6-9 % Steigung für die nächsten 3 km anzeigte. OK, nochmal Energieriegel einwerfen und losfahren. Dazu muss man wissen, dass unser Pino (so heißt das Stufentandem) nicht die beste Bergziege ist und dass wir auf zwei Fahrrädern das Gepäck und Essen für drei Personen durchs Land schaukeln.

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In Gressli schien noch die Sonne, während hier jetzt langsam der Himmel zuzog. Umdrehung für Umdrehung kurbelten wir den Berg hoch – glücklicherweise gab es nicht so viel Verkehr und die Gegend war absolut sehenswert. Während das untere Nea-Tal noch sehr eng war und außer der Straße und dem Fluss keiner weiteren Landschaft Raum ließ, öffnete sich hier die Welt und zeigte immer wieder Gipfel, die über der Baugrenze liegen und noch teilweise mit Schneeflecken bedeckt waren. Oben angekommen und kräftemäßig ausgepresst wie Zitronen, mussten wir feststellen, dass es hier gar keinen Campingplatz gibt – das attestierte auch die Tafel vor der Touristeninformation. OK, erstmal die Abfahrt in den Ort mitnehmen und dann am Ende des Ortes wieder hochkurbeln. Ein zwei Kilometern hinter Tydal fanden wir ein Fleckchen Natur für unser Zelt und fielen nach einer guten Portion Pasta Pesto in unsere Soveposer (das norwegische Wort für Schlafsack, dass wörtlich übersetzt „Schlaftüte“ heißt).

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Am nächsten Morgen war die Aussicht auf die grandiose Landschaft weg und wir im Nieselregen in den Wolken. Zum Glück war es nicht so feucht, dass wir auf den morgentlichen Kaffee hätten verzichten müssen. Das Zelt hingegen mussten wir feucht, naja, eigentlich klitschnass, zusammenraffen.

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Weiter ging es durch ein schmales Tal an zahl- und wasserreichen Wasserfällen vorbei bis in ein Hochtal, dass an einem See auf etwa 600 m Höhe liegt: Stugudal, das Zentrum dieser Ortschaft bildet ein Joker-Landhandel, der auch uns eine Pause vergönnte, während der wir entschieden auch den Rest des Tages hier zu verbringen und den hiesigen Zeltplatz aufzusuchen. Die weitere Strecke wird über das Fjell führen und da das Wetter für Morgen ziemlich viel besser angesagt ist, hoffen wir auf gute Sicht. Außerdem können wir noch mal Kräfte sammeln, um den Steigungen morgen unsere Stirnen zu bieten und unsere Waden zu zeigen.

Hier noch eine nette Kleinigkeit, der zeigt, wie die Norweger so ticken – ihr Lebensmotto ist ja „Ta det med ro“ wörtlich: Mach es mit Ruhe. Wir glauben, dass die Spritpreise nur geringe tägliche Schwankungen haben:

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3 Gedanken zu “705

  1. Hallo, ihr drei! Was ihr da macht, ist absolut toll und bewundernswert! Danke, dass ihr euch bei aller Anstrengung die Berge rauf und runter auch noch mit Schreiben und Fotografieren engagiert. Da kann man in Gedanken wirklich bei euch sein! Und ihr habt gleich ein reiches Archiv an Erinnerungen für die Zukunft, auf das ihr immer zurückgreifen könnt. Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft und eine Menge Spaß in so einer direkten Nähe zur Natur. Unsere Gebete begleiten euch! Bleibt behütet und genießt eine Quality Time zu dritt, die vielleicht so nie mehr sein wird.
    Viele und herzliche Grüße aus einem Haus, an das du, Jörg, nicht mal im Ansatz denken solltest.
    Winfried

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  2. Hallo ohr drei, schön, dass die Sonne euch nun endlich beglückt. Danke lieber Gott!! Wir wünschen euch noch weitere Sonnentage und viel Energie für die weiteren Berge und dass ihr jeden Tag euer Ziel gut und gesund erreicht! Lieber Noah trampel Mal kräftig und hilf dem Papa… Also, genießt alles und besonders die tolle Natur dort in Norge!

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